Konzept und Planung der Haustechnik für Dom-Römer-Quartier

27.07.2016
Abbildung: © Canzler

Auf dem Dom-Römer-Areal in Frankfurt entwickelt CANZLER das haustechnische Anlagenkonzept für 22 von 35 Altstadthäusern und die Tiefgarage fort und überwacht dessen Ausführung. Beratende Inge­nieure von Canzler sind bereits seit 2012 mit einem Teilprojekt für die Tech­ni­sche Aus­rüst­ung eines neuen U-Bahn-Ausgangs der Station Dom-Römer betraut.

Die Mainmetropole erhält mit dem Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt ein Stück ihres historischen, im Krieg zerstörten Stadtbildes zurück. Auf dem 7.000 m² großen Dom-Römer-Areal entstehen unterteilt in vier Baufelder 35 Altstadthäuser, davon 15 Rekonstruktionen und 20 Neubauten. Die 80 Wohnungen sowie die Erdgeschossflächen mit Gastronomie, Handel und Gewerbe befinden sich im Bau; der Ausbau hat im Oktober 2015 begonnen. Die technische Versorgung der Altstadthäuser und deren Keller liegen in der Tiefgarage (20.000 m²), die über 600 Stellplätze verfügt. Die Fertigstellung ist bis Ende 2017 geplant.


Jeder Planungsschritt muss sitzen

Für CANZLER ist es bereits der zweite Auftrag auf dem Dom-Römer-Areal. Zum Leistungsbild gehören die Planung und Objektüberwachung der Tech­ni­schen Aus­rüst­ung der mechanischen Gewerke und die Ge­bäu­de­auto­ma­tion von 15 Neubauten und sieben Rekonstruktionen nach historischem Vorbild sowie der Feuer­lösch­anlagen in der Tiefgarage. Vorab wurden bereits die Umbaumaßnahmen der darunterliegenden Verkehrsanlagen der U-Bahn-Station begonnen; hier wurden ein zweiter Ausgang mit Fahrtreppen und eine Zwischenebene für die Technik errichtet. Inge­nieure von CANZLER haben in Zusammenarbeit mit der FAAG Technik schon 2011 die Planungsleistungen der Tech­ni­schen Aus­rüst­ung übernommen. Die technische Versorgung des Ausgangs wird in Etappen im laufenden Betrieb ertüchtigt und kann erst fertiggestellt werden, wenn der Rohbau des Altstadthauses Markt 8 in 2016 abgeschlossen ist. „Allein für den Verkehrsbau sind viele Schnittstellen zwischen den zuständigen Behörden wie Brandschutz und Regierungspräsidium, der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main und dem Bauherrn des Dom-Römer-Quartiers zu koordinieren“, sagt Andrej Diebels, verantwortlicher Projekt­leiter von CANZLER.

Die Inge­nieure von CANZLER sind mit der Komplexität des Bauvorhabens bereits vertraut. Sie kennen die Belange der verschiedenen Objektarchitekten, der Sachverständigen und Nutzer sowie die unterschiedlichen Anforderungen. CANZLER fasst alle Ergebnisse und Planungsschritte zusammen, sodass der Auftraggeber, die DomRömer GmbH, nur einen An­sprech­part­ner für die Haustechnik in diesem Gebiet hat. Das CANZLER-Team zeichnet bei 22 Gebäuden verantwortlich für die Planung und Überwachung der Ausführung für Trinkwasseranlagen, Wärmeversorgung, Raumlufttechnik, Aufzüge und die gesamte Ge­bäu­de­auto­ma­tion. Dabei sind 14 unterschiedliche Archi­tek­turbüros allein für die 22 Altstadthäuser involviert. „Schon die Ab­stim­mung mit allen An­sprech­part­nern ist eine Herausforderung für sich“, so Diebels. Die Gebäude sind sehr kleinteilig und auf engem Raum geplant. Aufgrund baulicher und technischer Anforderungen wie z. B. Brandschutz oder Energieeinsparverordnung erfolgt der Bau der Häuser nicht gleichzeitig, sondern schrittweise. Nach dem Rohbau erfolgen beispielsweise zuerst Wärmeschutzmaßnahmen, bevor der angrenzende Bau hergestellt wird. Die Ausführung der Haustechnik erfolgt analog. „Es kommt enorm darauf an, dass die Realisierung der Haustechnik innerhalb der gesetzten Termine und mit hoher Qualität umgesetzt wird“, sagt Diebels. Die unterschiedlichen Bauformen und die Vielzahl der Altstadthäuser auf dem Gelände sind mit den heutigen Vorschriften und Richtlinien in Einklang zu bringen. Der Projektingenieur betont: „Es gilt, die technischen Anforderungen der Stadt an Passivhauskomponenten und die Quellenlage für die Rekonstruktionsgebäude zu berücksichtigen.“ Hinzu kommt die unterschiedliche Bauweise der Häuser: teils Beton, Porotonziegel und sogar Gebäudeteile in Holzständerweise.