Folgeauftrag am Terminal 3

03.04.2017
Abbildung: © Fraport AG

Nachdem Canzler 2013 mit der Planung der Gebäude­automation (MSR) für das Terminal 3 betraut wurde, erteilte die Fraport AG nun auch den Auftrag zur Erstellung des Konzeptes für die Klima-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik. Die Planung zielt darauf ab, im späteren Betrieb eine möglichst flexible Nutzung der Flächen zu erlauben.

Das neue Terminal 3 soll 2023 in der ersten Ausbaustufe an den Markt gehen. Dann bietet es auf einer Grundfläche von 90.000 m² Kapazitäten für 14 Millionen Reisende pro Jahr. Seine Gesamtfläche umfasst 306.000 m², die sich über fünf Ober- und zwei Untergeschosse erstrecken. An den 24 Gate-Positionen docken künftig Großraumflugzeuge aus aller Welt an. Berechnungen zufolge liegen die Gesamtkosten zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro.

Canzler ist verantwortlich für die Planung der Gewerke Heizung, Kühlung, Lüftung und Sanitär und wird Fraport auch beim Ausschreibungsverfahren unterstützen. Derzeit arbeiten die Ingenieure von Canzler an der Detaillierung der Entwurfsplanung, die wahrscheinlich Mitte 2017 abgeschlossen werden kann.

Jegliche Nutzung, viele Anforderungen

„Nicht nur die schiere Dimension macht das Großprojekt äußerst komplex, sondern auch die vielen unterschiedlichen Nutzungsarten“, erklärt Jens Kuhnert, verantwortlicher Projektleiter von Canzler. Neben Passagierbereichen, Büros, Einzelhandel und Gastronomie gibt es auch Sonderflächen für Bundespolizei und Zollamt. „Aus den diversen Nutzungen resultieren viele verschiedene Anforderungen“, so Kuhnert. Während für die Retailflächen erhöhte Kühlleistungen oder die Gastronomie Fettabscheider und Küchenabluftanlagen berücksichtigt werden müssen, sind die Anlagen in den Passagierbereichen so zu konzipieren, dass trotz stark schwankender Fluggastzahlen und unabhängig von äußeren, klimatischen Bedingungen komfortable Raumkonditionen herrschen. Hinzu kommen sicherheitsrelevante Anlagen für den Brandschutz wie zum Beispiel Entrauchungs- und Druckbelüftungsanlagen. „Da der Bauherr ein energetisches und nachhaltiges Objekt realisieren möchte, wird beispielsweise die Abwärme der Gepäckförderanlage zum Heizen des Terminals genutzt“, erläutert Kuhnert. Bis zur Fertigstellung des Terminals werden rund 160 km Versorgungsleitungen und ca. 120 km Lüftungskanäle/-leitungen verbaut. Lüftungsanlagen mit einem Gesamtzuluftvolumenstrom von ca. 1.200.000 m³/h sind geplant. Allein diese Zahlen belegen die gigantische Größe des Bauvorhabens.

Flexible Planung für den Betrieb

Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Planung so auszuführen, dass zum Zeitpunkt der Eröffnung Anlagen auf dem aktuellen technischen Stand eingesetzt werden. „Gleichzeitig gilt es, die Anlagen flexibel zu planen, um andere Nutzungen zu ermöglichen“, sagt Kuhnert. Dies alles erfordert eine zukunftsorientierte Planung mit höchsten Anforderungen an die flexible Nutzung der Flächen im Terminal. Canzler verfügt neben dem Know-how für solche Großprojekte über die Erfahrung unterschiedlicher Anforderungen an den Betrieb von Abfertigungsgebäuden.

 

Canzler ist seit über zehn Jahren für den Frankfurter Flughafen tätig. Seitdem übernehmen Spezialisten am Terminal 1 immer wieder Projekte bei allen HLKSE-Gewerken, um die Gebäude an geänderte Anforderungen anzupassen.