Neubau für EUMETSAT

02.04.2020
Abbildung: © B.C. Horvath Architektur-Visualisierung

Die zu Canzler gehörenden Pielok-Marquardt-Architekten haben 2014/2015 einen Neubau mit angegliederter Kantine auf dem EUMETSAT-Gelände in Darmstadt realisiert. Sie hatten in der Planung des sogenannten „East Buildings“ bereits eine spätere Erweiterung berücksichtigt. Da die europäische Satellitenorganisation EUMETSAT aufgrund weiterer Satellitenprogramme wächst, erarbeiten die Architekten und Ingenieure von Canzler nun als Generalplaner den Entwurf für einen weiteren Büroneubau mit 120 Arbeitsplätzen.

EUMETSAT ist die 1986 gegründete europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten und besteht inzwischen aus 30 europäischen Mitgliedsstaaten. Am Hauptsitz in Darmstadt, einem 56.000 qm großen Areal mit einem Konglomerat diverser Bestandsgebäude, arbeiten rund 900 Mitarbeiter. Die von den sieben operativen METEOSAT- und Metop-Satelliten gelieferten Daten nutzen die nationalen Wetterdienste der Mitgliedsstaaten wie z. B. der Deutsche Wetterdienst (DWD) für ihre Wettervorhersagen, aber auch für die Klimaforschung. Im Rahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus ist EUMETSAT aktuell mit dem Betrieb von drei Sentinel-Satelliten betraut. Mit der anstehenden Beauftragung von weiteren Satelliten und Instrumenten durch Copernicus wird die Organisation weiterwachsen, weshalb EUMETSAT Pielok-Marquardt-Architekten von Canzler die Planung eines weiteren Büro­gebäudes übertragen hat.

Das neue Gebäude sieht auf 3.200 qm Bruttogeschossfläche 120 variabel gestaltbare Arbeitsplätze als Zellen-, Gruppen- oder Open-Space-Konzept sowie sieben neue Besprechungsräume vor. Es schließt an die Nordfassade des 2015 fertiggestellten East Buildings an und soll sich vom Erdgeschoss bis zum vierten Obergeschoss sowie als Überbau über die Kantine erstrecken. „Wir haben den Büroriegel und die Kantine damals hinsichtlich seiner Erweiterungsfähigkeit konzipiert und realisiert“, sagt Michael Maas, der zuständige Projektarchitekt von Pielok Marquardt – Architecture by Canzler.

Das bestehende „East Building“ mit 6.300 qm Bruttogeschossfläche verfügt deshalb über erforderliche Wanddurchbrüche und Bewehrungsanschlüsse für die späteren Stahlbetondecken des Anbaus; bei der Kantine wurden entsprechende Lasten und Stützen berücksichtigt. Zusätzlich wird die bestehende Kantine nach Osten bis zur neuen Gebäudeaußenkante hin erweitert, um eine gute Belichtung der beiden Speiseräume zu gewährleisten. Aus wirtschaftlichen Gründen soll der Neubau teilweise an die technische Versorgung des Bestandsgebäudes angeschlossen werden. „Aufgrund der damaligen Vorplanung lässt sich der Neubau ohne Störung des laufenden Betriebs realisieren. Zum Schluss, wenn alles fertig ist, sind nur noch die Etagen miteinander zu verbinden“, erklärt Maas. Da im Satellitenkontrollzentrum die Zeichen auf weiteres Wachstum gestellt sind, berücksichtigen die Planer schon die nächsten Ausbauschritte: Sie platzieren die Treppe und Aufzüge am Ende des Neubaus, sodass der Erschließungskern für einen weiteren Anbau genutzt werden kann. Zudem soll dort bei Bedarf ein Besucherempfang eingerichtet werden können.